5 Fassaden selber verputzen Anleitungen

5 Fassaden selber verputzen Anleitungen

Du möchtest deiner Hausfassade neues Leben einhauchen und suchst nach konkreten Anleitungen, wie du das Verputzen selbst in die Hand nehmen kannst? Hier erhältst du 5 bewährte Methoden, um deine Fassade fachgerecht zu gestalten, von der Vorbereitung bis zum letzten Schliff, damit dein Projekt gelingt und du ein beeindruckendes Ergebnis erzielst.

Das sind die beliebtesten Fassadenputz Anleitung Produkte

Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg

Bevor du auch nur daran denkst, Mörtel anzurühren, ist eine gründliche Vorbereitung der Fassade unerlässlich. Ohne diese Schritte wird selbst die beste Verputztechnik nicht das gewünschte Ergebnis liefern und die Haltbarkeit des Putzes erheblich beeinträchtigen. Die Untergrundprüfung ist hierbei von zentraler Bedeutung.

  • Bestandsaufnahme und Reinigung: Begutachte den vorhandenen Untergrund genau. Sind Risse vorhanden? Bröckelt der alte Putz? Gibt es Algen- oder Moosbewuchs? Eine gründliche Reinigung ist unerlässlich. Nutze hierfür eine Bürste, ggf. einen Hochdruckreiniger (mit Vorsicht, um die Bausubstanz nicht zu beschädigen) und spezielle Fassadenreiniger gegen Algen und Pilze.
  • Reparatur von Schäden: Kleinere Risse kannst du mit einem Reparaturmörtel oder einer Spachtelmasse für Fassaden schließen. Größere Fehlstellen oder abgebrochene Ecken müssen sorgfältig ausgebessert werden, damit eine ebene und tragfähige Fläche entsteht.
  • Grundierung: Je nach Zustand und Saugfähigkeit des Untergrunds ist eine Grundierung erforderlich. Eine Tiefengrundierung dringt tief ein und verfestigt den Untergrund. Eine Haftgrundierung schafft eine bessere Verbindung zwischen Untergrund und neuem Putz, insbesondere auf glatten oder sehr saugfähigen Oberflächen. Achte darauf, die richtige Grundierung für dein spezifisches Fassadenmaterial und den geplanten Putz zu wählen.
  • Abkleben und Schützen: Schütze Fensterrahmen, Türen, Dachrinnen und angrenzende Bauteile sorgfältig mit Malerkrepp und Folien. So vermeidest du unschöne Putzspritzer und erleichterst dir die spätere Reinigung.

Anleitung 1: Der klassische Kalk-Zement-Putze für Robustheit

Kalk-Zement-Putze sind eine bewährte Wahl für die Außenfassade, da sie Robustheit, Atmungsaktivität und eine gute Verarbeitung kombinieren. Sie eignen sich für nahezu alle mineralischen Untergründe.

Benötigte Materialien und Werkzeuge:

  • Kalk-Zement-Putzmörtel (fertig gemischt oder als Sackware)
  • Kellen (Glättkelle, Putzkelle)
  • Reibebrett
  • Putzschiene oder Richtlatte
  • Mischmaschine oder Rührwerk
  • Eimer
  • Wasser
  • Schutzbrille, Handschuhe, Arbeitskleidung

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Mörtel anmischen: Befolge genau die Anweisungen auf der Putzsack-Verpackung. Gib die empfohlene Menge Wasser in einen Eimer und mische den Putzmörtel portionsweise unter, bis eine gleichmäßige, klumpenfreie Masse entsteht. Die Konsistenz sollte erdfeucht bis plastisch sein.
  2. Auftragen der Grundierung (falls nötig): Falls nicht bereits geschehen, trage die für Kalk-Zement-Putz geeignete Grundierung auf.
  3. Erste Schicht (Spritzbewurf/Grobputz): Trage die erste Schicht des Mörtels, den sogenannten Spritzbewurf, mit der Kelle in kreisenden Bewegungen auf den Untergrund auf. Dies dient der Haftverbesserung. Alternativ kann bei weniger kritischen Untergründen direkt der Grobputz aufgetragen werden.
  4. Zweite Schicht (Grundputz): Nach ausreichender Trocknungszeit der ersten Schicht (Herstellerangaben beachten!) wird der Grundputz aufgetragen. Verteile den Mörtel mit der Kelle und ziehe ihn mit der Putzschiene oder Richtlatte ab. Achte darauf, eine gleichmäßige Dicke zu erzielen.
  5. Strukturieren (Reiben): Sobald der Putz ausreichend angetrocknet ist, aber noch feucht genug, um bearbeitet zu werden, beginnst du mit dem Reiben. Nutze das Reibebrett, um die gewünschte Oberflächenstruktur zu erzeugen. Arbeite hierbei in gleichmäßigen Bahnen.
  6. Nachbehandlung: Schütze den frischen Putz vor zu schneller Austrocknung durch direkte Sonneneinstrahlung oder starken Wind. Ggf. muss er leicht mit Wasser besprüht werden.

Anleitung 2: Silikatputz für atmungsaktive und gesunde Fassaden

Silikatputz (auch Mineralputz genannt) ist besonders diffusionsoffen und feuchtigkeitsregulierend, was ihn ideal für die Sanierung älterer Gebäude oder für ein gesundes Raumklima macht. Er verbindet sich chemisch mit dem Untergrund und ist daher extrem langlebig.

Benötigte Materialien und Werkzeuge:

  • Silikatputz (fertig gemischt)
  • Silikat-Grundierung
  • Kellen, Reibebrett, Putzschiene
  • Mischmaschine oder Rührwerk
  • Eimer
  • Wasser
  • Schutzbrille, Handschuhe, Arbeitskleidung

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Untergrundvorbereitung und Grundierung: Reinige die Fassade gründlich. Trage eine spezielle Silikat-Grundierung auf, die eine chemische Verbindung mit dem Putz eingeht und den Untergrund für den Silikatputz vorbereitet.
  2. Mörtel vorbereiten: Silikatputze sind meist fertig gemischt. Gut aufschütteln oder kurz aufrühren, falls nötig.
  3. Auftragen des Putzes: Trage den Silikatputz mit der Kelle gleichmäßig auf die Fassade auf. Die Dicke der Schicht richtet sich nach der Korngröße des Putzes. Faustregel: Mindestens das 1,5-fache der Korngröße.
  4. Strukturieren: Ziehe den Putz mit der Richtlatte ab. Sobald der Putz matt wird, kannst du mit dem Reibebrett die gewünschte Struktur (z.B. Kratzputz, Rillenputz) erzeugen. Arbeite zügig und in gleichmäßigen Bahnen.
  5. Nachbehandlung: Achte darauf, dass der Putz nicht zu schnell trocknet. Direkte Sonneneinstrahlung und starker Wind sind zu vermeiden.

Anleitung 3: Fassadenfarbe als Alternative zum Verputzen

Wenn du den Untergrund deiner Fassade nicht neu verputzen möchtest oder kannst, aber dennoch eine optische Auffrischung wünschst, ist eine hochwertige Fassadenfarbe eine ausgezeichnete Option. Dies erfordert eine sorgfältige Vorbereitung des Untergrunds und die Auswahl der richtigen Farbe.

Benötigte Materialien und Werkzeuge:

  • Hochwertige Fassadenfarbe (z.B. Silikatfarbe, Dispersionsfarbe)
  • Fassadenreiniger
  • Acrylspachtel oder Reparaturmörtel
  • Grundierung (passend zur Farbe und zum Untergrund)
  • Pinsel, Farbrolle (Fassadenrolle), Teleskopstange
  • Abstreifgitter
  • Malerkrepp, Folien
  • Schutzbrille, Handschuhe, Arbeitskleidung

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Reinigung und Reparatur: Reinige die Fassade gründlich von Schmutz, Staub, Algen und Moos. Bessere kleinere Risse und Unebenheiten mit Acrylspachtel oder geeignetem Reparaturmörtel aus. Lasse die Ausbesserungen gut trocknen.
  2. Grundierung: Trage eine passende Grundierung auf, um die Haftung der Farbe zu verbessern und die Saugfähigkeit des Untergrunds zu vereinheitlichen.
  3. Erster Anstrich: Trage die erste Schicht Fassadenfarbe mit Pinsel und Farbrolle auf. Nutze die Teleskopstange für höhere Bereiche. Achte auf gleichmäßiges Auftragen und vermeide Ansätze. Lass die Farbe gemäß Herstellerangaben trocknen.
  4. Zweiter Anstrich: Für eine optimale Deckkraft und Haltbarkeit ist ein zweiter Anstrich meist notwendig. Trage die Farbe in der gleichen Weise wie beim ersten Anstrich auf.
  5. Feinheiten: Nutze Pinsel für Ecken und Kanten. Achte auf ein sauberes Ergebnis und entferne Malerkrepp und Folien vorsichtig, solange die Farbe noch leicht feucht ist.

Anleitung 4: Edelsplitt-Putz für attraktive Oberflächen

Edelsplitt-Putz, oft als Edelputz bezeichnet, bietet eine sehr dekorative und robuste Oberfläche. Durch die Einarbeitung von farbigen Splitten oder Körnchen in ein mineralisches Bindemittel entstehen individuelle und langlebige Fassadengestaltungen.

Benötigte Materialien und Werkzeuge:

  • Edelsplitt-Putz (fertig gemischt oder als System aus Bindemittel und Splitt)
  • Edelputz-Grundierung
  • Kellen, Reibebrett
  • Mischmaschine oder Rührwerk
  • Eimer
  • Wasser
  • Schutzbrille, Handschuhe, Arbeitskleidung

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Untergrundvorbereitung und Grundierung: Stelle sicher, dass der Untergrund sauber, trocken und tragfähig ist. Trage eine spezielle Grundierung für Edelputze auf, die auf das Bindemittel abgestimmt ist.
  2. Mörtel anmischen: Bei Mehrkomponenten-Systemen die Komponenten exakt nach Herstellervorgabe mischen. Fertig gemischte Putze nur kurz aufrühren.
  3. Auftragen des Putzes: Trage den Edelputz gleichmäßig auf die Fassade auf. Die Dicke der Schicht wird durch die Körnung des Splitts bestimmt.
  4. Strukturieren: Ziehe den Putz mit der Richtlatte ab. Anschließend wird die gewünschte Struktur mit dem Reibebrett erzeugt. Hierbei ist eine gleichmäßige Bewegung entscheidend, um die Splittkörner gleichmäßig in der Oberfläche zu verteilen und zu verteilen.
  5. Nachbehandlung: Schütze den Edelputz vor zu schneller Austrocknung und Witterungseinflüssen, bis er vollständig durchgetrocknet ist.

Anleitung 5: Sanierputz für feuchte und salzbelastete Wände

Bei Fassaden mit aufsteigender Feuchtigkeit oder Salzablagerungen (Putzschäden durch Salzausblühungen) ist ein spezieller Sanierputz die einzige nachhaltige Lösung. Diese Putze sind hydrophob (wasserabweisend), aber diffusionsoffen und können Salze aufnehmen, ohne dabei Schaden zu nehmen.

Benötigte Materialien und Werkzeuge:

  • Sanierputz (speziell für feuchte und salzbelastete Untergründe)
  • Sanierputz-Grundierung (oft als Tiefengrund oder Sperrgrund)
  • Kellen, Putzkelle, Richtlatte
  • Mischmaschine oder Rührwerk
  • Eimer
  • Wasser
  • Schutzbrille, Handschuhe, Arbeitskleidung

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Umfassende Bestandsaufnahme: Die Ursache für Feuchtigkeit und Salzausblühungen muss unbedingt ermittelt und behoben werden, bevor mit dem Verputzen begonnen wird.
  2. Abtragen des alten Putzes: Bei stark geschädigtem Putz muss dieser bis auf das tragfähige Mauerwerk vollständig entfernt werden.
  3. Grundierung: Trage eine spezielle Sanierputz-Grundierung auf, die die Salzbildung begrenzt und eine optimale Haftung für den Sanierputz schafft.
  4. Auftragen des Sanierputzes: Mische den Sanierputz exakt nach Herstellervorgabe und trage ihn gleichmäßig auf die Fassade auf. Die Dicke der Schicht ist wichtig für die Funktionalität.
  5. Abziehen und Strukturieren: Ziehe den Putz mit der Richtlatte ab und glätte oder strukturiere ihn, je nach gewünschter Oberflächenbeschaffenheit. Die Korrosionsbeständigkeit und die Salzaufnahme sind die entscheidenden Merkmale.
  6. Nachbehandlung: Achte auf die empfohlenen Trocknungszeiten und schütze den frischen Sanierputz vor Witterungseinflüssen.
Verputz-Typ Eigenschaften Anwendungsbereich Vorteile Nachteile
Kalk-Zement-Putze Robust, atmungsaktiv, gute Haftung Neubau, Altbau-Sanierung (Standard) Kostengünstig, vielseitig einsetzbar, gutes Feuchtemanagement Kann bei falscher Verarbeitung rissempfindlich sein
Silikatputz Hoch diffusionsoffen, feuchtigkeitsregulierend, mineralisch Denkmalpflege, Allergiker-freundliche Gebäude, ökologisches Bauen Sehr gesundheitsfördernd, langlebig, schimmelhemmend Nur auf mineralischen Untergründen möglich, spezielle Grundierung erforderlich
Fassadenfarbe Optische Erneuerung, Schutzschicht Wenn kein Neuverputz gewünscht/möglich ist, Oberflächenauffrischung Schnelle und kostengünstige Lösung, große Farbvielfalt Bedeckt keine größeren strukturellen Mängel, geringere Atmungsaktivität als mineralische Putze
Edelsplitt-Putz Dekorativ, individuell, robust Architektonisch anspruchsvolle Fassaden, Akzentuierungen Sehr ansprechendes Erscheinungsbild, hohe Strapazierfähigkeit Aufwändigere Verarbeitung, höhere Materialkosten
Sanierputz Feuchtigkeitsregulierend, salzaufnehmend, diffusionsoffen Feuchte Wände, Salzausblühungen, Kelleraußenwände Nachhaltige Lösung für spezifische Probleme, verbessert das Raumklima Nur bei spezifischen Schäden einsetzbar, aufwändige Vorbereitung und Anwendung

Das sind die neuesten Fassadenputz Anleitung Produkte mit der besten Bewertung

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu 5 Fassaden selber verputzen Anleitungen

Wie dick sollte der Putz aufgetragen werden?

Die Putzdicke hängt vom gewählten Putztyp, der Korngröße und dem Untergrund ab. Generell gilt: Die Mindestdicke sollte mindestens das 1,5-fache der maximalen Korngröße betragen, um eine gleichmäßige und tragfähige Oberfläche zu gewährleisten. Für Außenfassaden sind oft Schichtdicken von 10-20 mm üblich. Beachte immer die Herstellerangaben des Putzprodukts.

Welchen Putz wähle ich für meine Dämmung?

Für WDVS (Wärmedämmverbundsysteme) werden spezielle Systemputze verwendet, die auf die Dämmplatten und die Armierungsschicht abgestimmt sind. Meist handelt es sich hierbei um mineralische oder kunstharzgebundene Putze mit hoher Flexibilität und Rissüberbrückungsfähigkeit.

Kann ich auf alten, aber intakten Farbanstrich verputzen?

Das ist möglich, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Der alte Farbanstrich muss fest haften, tragfähig und frei von trennenden Substanzen wie Fett oder Wachs sein. Oft ist eine gründliche Reinigung und eine spezielle Grundierung notwendig, um eine gute Haftung für den neuen Putz zu gewährleisten. Bei stark glänzenden oder nicht saugfähigen Anstrichen kann es ratsam sein, den Untergrund anzurauen oder eine Haftbrücke aufzutragen.

Wie lange dauert es, bis der Putz trocken ist?

Die Trocknungszeit eines Putzes ist von vielen Faktoren abhängig: Putzart, Dicke der Schicht, Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung. Mineralische Putze benötigen in der Regel mehrere Tage bis Wochen, um vollständig durchzutrocknen und ihre volle Festigkeit zu erreichen. Kunstharzputze trocknen schneller. Beschleunige die Trocknung nicht künstlich durch zu hohe Temperaturen oder Gebläse, da dies zu Spannungsrissen führen kann.

Muss ich beim Verputzen bei Regen pausieren?

Ja, bei Regen sollte die Arbeit unterbrochen werden. Starker Regen kann den frischen Putz wegspülen oder die Oberfläche beschädigen. Auch bei großer Hitze oder starkem Wind ist Vorsicht geboten, da dies zu schneller, ungleichmäßiger Austrocknung und Rissbildung führen kann. Schütze die frisch verputzte Fassade in solchen Fällen ggf. mit Planen.

Sind die Anleitungen für Anfänger geeignet?

Die Anleitungen sind so gestaltet, dass sie auch für handwerklich begabte Heimwerker nachvollziehbar sind. Dennoch erfordert das Verputzen von Fassaden Übung und Sorgfalt. Bei Unsicherheiten, insbesondere bei großen Flächen oder speziellen Anforderungen, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen oder zunächst an einer kleineren, weniger sichtbaren Fläche zu üben.

Welche Rolle spielt die Jahreszeit beim Fassaden verputzen?

Die ideale Jahreszeit zum Verputzen ist das Frühjahr oder der frühe Herbst. Temperaturen zwischen 5°C und 25°C sind optimal. Vermeide Frostperioden, extreme Hitze und starke Sonneneinstrahlung. Die Witterung beeinflusst maßgeblich die Trocknungsgeschwindigkeit und die Qualität des Endergebnisses.

★★★★★ ★★★★★
Bewertungen: 4.8 / 5. 467